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Der Duft des Orient Die Weihrauchstraße vom Jemen in den Norden nach Petra

 

Donnerstag, 05. Mai 2005 

 

Der Duft des Orient 

Die Weihrauchstraße 

Dokumentation 

hessen fernsehen, 13.45-14.30 Uhr

 

Der Weihrauch hatte und hat kultische Bedeutung, nicht nur in der katholischen Kirche. Er hilft Götter zu beschwören oder gnädig zu stimmen, er narkotisiert und reinigt. In Ägypten wurde Weihrauch ebenso verbrannt wie an den Höfen indischer Maharadschas. In Rom wurde er in Gold aufgewogen. Über Tausende von Kilometern wurde er in der Antike gehandelt; es entstand die \\\"Weihrauchstraße\\\". In der Region Dhofar im Süden des Sultanats Oman wird bis heute Weihrauch gewonnen. In den Trockentälern ritzen Beduinen die knorrigen Bäume, um nach einigen Tagen das Harz zu ernten. Der Film folgt den Spuren der alten Weihrauchstraße. Im Jemen geht die Reise nach Shibam, fast 2.000 Jahre alt und einst reiche Hauptstadt der Oase Hadramaut. Shibam, das sind 500 Hochhäuser aus Lehm auf engstem Raum, eine Skyline, die an Manhattan oder Chicago erinnert. Heute ist die Stadt dem Verfall preisgegeben. Sanaa, die Hauptstadt des Jemen, streitet sich mit Jericho um den Titel der ältesten bewohnten Stadt der Welt. Unbestritten aber ist die Altstadt von Sanaa die schönere von beiden: 6.000 reich verzierte Hochhäuser, 140 Moscheen, enge, verwinkelte Gassen voller Leben und ein Marktviertel, in dem das Handwerk noch blüht. Die nächste Station ist Petra in Jordanien. Vom dritten Jahrhundert v. Chr. bis zur Übernahme durch das römische Imperium im Jahre 106 n. Chr. war Petra das Zentrum eines mächtigen Stammes im vorderen Orient, der Nabatäer. Im Laufe der Jahrhunderte verfiel die Stadt, die dort am Schnittpunkt zwischen Afrika, Asien und Mittelmeer durch die Weihrauchstraße zu Wohlstand kam. Nur die Grabmonumente hatten ewigen Bestand. Die Römer machten Bosra, an der syrisch-jordanischen Grenze, zur Hauptstadt ihrer Provinz Arabien. 1.800 Jahre nach seiner Erbauung gilt das Theater von Bosra als das am besten erhaltene Bauwerk seiner Art. Wenn die Karawanen in Damaskus einzogen, wurden sie empfangen von üppigem Grün, sprudelnden Wasserfontänen, kühlender Architektur. Damaskus, der Name klingt nach Verzauberung, nach Märchenland. So haben die Dichter auch die syrische Stadt gepriesen: als die Geheimnisvolle, die Lebendige, die Mutter aller Städte, die Perle des mittleren Ostens. Im siebten Jahrhundert verlagerte sich der Weihrauchhandel auf die Seewege. Mühsam erhellt sich heute für die Archäologen die Geschichte des Weihrauchhandels. So manche der alten Weihrauchmetropolen Dhofars ist bislang nicht einmal gefunden, geschweige denn erforscht.