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Malta Oase zwischen Europa und Afrika

Sonntag, 19. Juni 2005


Gute Reise
Malta - Oase zwischen Europa und Afrika
Südwestfernsehen, 15.30-16.00 Uhr

\"Man muss nicht verrückt sein, um Malta zu lieben, aber es ist doch hilfreich\". Das sagen die Malteser selbst über ihren kleinen Inselstaat. Hier leben zum Beispiel Sizilianer, die sich britisch geben, Arabisch sprechen und katholischer sind als der Papst. Das ist das eigentlich Liebenswerte an Malta: Dass man sich hier in seinen Skurrilitäten und einer großen Lebensfreude nicht irre machen lässt.
Die Republik Malta, seit dem 1. Mai Mitglied in der Europäischen Union, liegt mit seinen dazugehörigen kleineren Inseln Gozo und Comino im Mittelmeer zwischen Sizilien und Afrika. Die Republik ist gerade mal halb so groß wie Berlin und gehört zu den kleinsten Staaten der Welt - nur knapp 400.000 Menschen leben hier.
Die kleine und quirlige Metropole Valettta, die Hauptstadt Maltas, hat gerade mal 10.000 Einwohner, deren Leben sich auf die einzige Hauptstraße am Ort konzentriert - die Republic Street. Hier erkennt man noch an den alten Hausfassaden den arabischen Baustil, der über viele Jahrhunderte die Insel beeinflusste, bis 1530 die Johanniterritter kamen. Der im 11. Jahrhundert gegründete Kampforden hatte die Aufgabe, verletzte Pilger und Kreuzritter zu pflegen. Malta diente damals als \"Schild Europas\" gegen den Osten. Der strategische Vorteil der Insel lag klar auf der Hand - ihre günstige Lage mitten im Mittelmeer! An die Zeit des großen Johanniterordens erinnern prächtige Paläste, wie der Großmeisterpalast in Valetta, der ehemaligen Residenz der Johanniter. Einer der berühmtesten Ritter war Großmeister Jean Parisot de la Valette, der die Insel erfolgreich für Europa gegen die Türken verteidigte. Valetta, nach dem Großmeister de la Valette benannt, war lange Zeit die am besten befestigte Stadt Europas.
Aber die Zeit der Johanniter auf Malta ging zu Ende, als die Engländer das Eiland Anfang des 19. Jahrhunderts besetzten und dann 160 Jahre blieben. Malta ist heute ein Land, in dem offiziell zwei Sprachen gesprochen werden: Englisch und Maltesisch, kurz Malti genannt. Malti hat seine Wurzeln im Arabischen und benutzt zusätzlich noch ein paar europäische Vokabeln. Auf der Insel kommt man aber mit Englisch bestens zurecht. Und etwas typisch Maltesisches kann man auch ganz leicht ohne Fremdsprachenkenntnisse bestellen. Zum Beispiel das Nationalgetränk Kinnie.
Kinnie sieht aus wie schwarzer Tee mit etwas Kohlensäure, ist aber ein aus Orangenextrakten und Kräutern gemischtes Getränk. Die Urlauber schätzen es im Sommer als willkommene Erfrischung. Denn dann wird das Archipel von der heißen Sonne Nordafrikas verwöhnt. Das kann bedeuten: Temperaturen bis zu 45 Grad und wenig Regen. Die angenehmeren Urlaubsmonate liegen deshalb im Frühjahr und im Herbst. Erstens ist es in dieser Zeit nicht so heiß, und zweitens kommen da auch nicht so viele Touristen auf die kleine Insel.
Die nationale Währung ist die Maltesische Lira. Aber bald, da sind sich die Malteser sicher, wird auch die Europäische Einheitswährung auf Malta eingeführt. Doch schon heute kann man auf der Insel an vielen Stellen mit dem Euro bezahlen. Das Wechselgeld kommt jedoch meist in der Landeswährung zurück. Wie auf dem täglich stattfindenden Flohmarkt in Valetta. Hier sollten Schnäppchenjäger also immer den aktuellen Umrechnungskurs im Kopf haben. Übrigens: Der traditionelle Flohmarkt ist die Woche über mitten drin in der Merchant Street in Valetta und findet nur sonntags \"vor\" den Stadtmauern statt.
Für einen Ausflug über die Insel könnte man Malta mit 27 Kilometern Länge und knapp 15 Kilometern Breite im Urlaub auch gut zu Fuß erwandern. Aber bequemer, günstiger und traditioneller kommt der Urlauber mit den alten englischen Bussen überall hin. Eine Fahrt von Valetta zur ehemaligen Hautstadt Mdina kostet nur 15 Maltesische Cent, das sind gerade mal 40 Cent in Euro. Ein Mietwagen erübrigt sich also. Nicht zu vergessen: Auf Malta herrscht Linksverkehr! Ein Relikt aus alten englischen Zeiten.
Über mehrere Jahrhunderte, bis zum Bau von Valetta, war Mdina die Hauptstadt von Malta. Mdina wird auch die Stadt der Stille genannt. Ihre Straßen sind zu eng für den motorisierten Verkehr. So geht man zu Fuß oder mietet sich eine der vielen Kutschen, maltesisch Karrozzin genannt. Eine halbe Stunde mit der Pferdedroschke kostet etwa 13 Euro. Bei so einer Kutschfahrt fühlt man sich leicht in die Vergangenheit zurückversetzt, in die Zeit des Mittelalters - der Blüte Mdinas. Besonders reizvoll ist ein Besuch in der Nachmittagszeit. Dann verlassen die meisten Touristen die Stadt, und man hat sie fast für sich allein. Dann wird Mdina tatsächlich zum Ort der Stille. Jetzt ist auch ein guter Moment das einzige Cafe am Ort aufzusuchen. Auf der Terrasse versteht man dann, warum Mdina viele Jahre eine bevorzugte Residenz war - von hier aus hat man eine grandiose Aussicht über das Land bis zum Meer. Und es gibt noch einen Grund hierher zu kommen. Im Fontanella Tea Garden gibt es den besten Schokoladen-Kuchen Maltas.
Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist der Hafen von Marsaxlokk mit seinen bunt angemalten Fischerbooten. Der Fischereihafen befindet sich im südöstlichsten Zipfel der Insel. Im Sommer, wenn Maltas Nationalfisch Lampuka in den Gewässern auftaucht, sind die Fischer alle beschäftigt. Dann ziert der Lampuka die Speisekarten der Restaurants. Der Name Marsaxlokk setzt sich übrigens aus zwei maltesichen Worten zusammen. Aus Marsa für Hafen, und Xlokk für den warmen afrikanischen Schirokko-Wind. In diesem \"Hafen des warmen Windes\" sind vermutlich auch die ersten Siedler auf ihren Booten angekommen. Vor fast 7000 Jahren.
Riesige Tempelanlagen - es sind die ältesten Steintempel der Welt - sind ein Hinweis auf die Kultur dieser Menschen und ein interessanter Höhepunkt jeder Maltareise. Die um 2800 v. Chr. entstandene Kultstätte Hagar Qim besticht durch ihre exakt gefügte, symmetrische Fassade. Bis heute ist nicht völlig geklärt, wie diese riesigen Steine mit einem Gewicht von mehreren Tonnen über weite Strecken dorthin transportiert wurden. Ein weiteres Highlight: das Hypogeum in Paola. Es ist ein bis zu elf Meter unter die Erde reichender Labyrinthbau. Quasi ein unterirdisches Abbild der oberidischen Tempelanlagen. Vor ungefähr 100 Jahren wurde die Anlage zufällig beim Umbau eines Wohnhauses entdeckt und ist heute Maltas wichtigstes Kulturgut - erbaut vor über 5000 Jahren.
Nach soviel Kultur für die Seele darf natürlich das leibliche Wohl nicht vergessen werden! Eine etwas andere Art zu speisen findet man im Ir-Razzett L-Antik, im noblen Vorort Qormi. Es ist ein 300 Jahre alten Farmhaus - in dem sich heute speisen lässt wie in alten Zeiten. Und: Hier gibt es einen vorzüglichen Hauswein. Früher konnte man in den Restaurants die typisch maltesische Küche selten bestellen - das Essen war meist britischer Art. Erst in den letzten Jahren besinnen sich immer mehr Lokale auf die Tradition - und der Gast weiß das zu schätzen. Dabei erkennt man durchaus Gemeinsamkeiten mit der italienischen, griechischen und afrikanischen Küche.
Die traditionellen Gerichte Maltas bieten reiche Auswahl an Fisch- und Fleischgerichten. Allen voran das Nationalgericht, das Fenek. Fenek ist ein Kaninchen. Egal wo man essen geht, mit der Bestellung eines würzigen Kaninchenragouts kann man auf der Insel kaum etwas falsch machen. Nicht zu vergessen - die Nachspeisen. Besonders beliebt die \"süße Bombe\", das Qubbajt. Man kennt es auch als türkischen Honig. Wahrscheinlich ist Qubbajt ein Arabisches Erbe. Auch wenn es schwer fällt, man sollte wirklich nur ein paar Häppchen davon essen - denn zuviel des Guten ist zuviel.

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